Zwischenbilanz Frauen-Weltcup: Jonsson ist die gelb-rote Dame der Stunde
Morgen startet die dritte Weltcup-Woche im Biathlon. Pokljuka wird diesmal der Gastgeber sein. Nach vier von 25 Rennen ist es nun an der Zeit eine kleine Bilanz zu ziehen. Während bei den Männern Björndalen und Svendsen um die Biathlon-Krone streiten, scheint bei den Frauen schon jetzt alles klar zu sein. Die Schwedin Helana Jonsson führt nicht nur souverän im Gesamtweltcup, nein sie kann auch alle roten Leibchen der Disziplinwertungen auf sich verbuchen. Wenn ihr derzeit jemand das Wasser reichen kann, dann nur ihre Mannschaftskollegin Anna Carin Olofsson Zidek. Mit 37 Punkten hat sie aber bereits einen respektablen Abstand. Zur sechst platzierten Martina Beck, die beste Deutsche, sind es schon 85 Punkte.
Obwohl den erfolgsverwöhnten deutschen Damen noch ein Platz auf dem Stockerl verwehrt blieb, gibt es doch eine Menge positiver Eindrücke. Martina Beck hat wieder gezeigt, warum sie bereits einmal Weltcupgesamtsiegerin wurde – durch Beständigkeit. Beck ist sicherlich keine Seriengewinnerin wie Helena Jonnson, Ole Einar Björndalen oder Magdalena Neuner (wenn sie denn wieder in Form ist), denn dafür fehlt ihr einfach die läuferische Qualität. Aber ihre Stärke ist ihre Zuverlässigkeit. Wie ein Uhrwerk ist sie in der Lage bei jedem Wettbewerb ihr Leistungsvermögen abzurufen und umzusetzen. Und an manchen Tagen reicht das für das Stockerl und an anderen eben nicht – Beck ist abhängig von Patzern der laufstarken Konkurrentinnen. Aber für eine gute Platzierung reicht es allemal. Ein 4., 10., 11. und 13. Platz stehen bereits auf ihrem Konto. Das Olympiaticket hat sie damit sicher.
Die Olympiaqualifikation haben auch Kati Wilhelm, Simone Hauswald, Andrea Henkel und erfreulicherweise auch die junge Tina Bachmann in der Tasche. Vor allem Bachmann zeigte bei ihren zwei Einsätzen, bei denen sie fünfte und zehnte wurde, dass ihr die Zukunft im Biathlon gehört. Auch die andere deutsche Newcomerin, Juliane Döll, schaffte bereits mit einem 12. Platz ein halbes Ticket.
Dies gelang Magdalena Neuner noch nicht, die aber ihre Krankheit erstmal richtig aus den Körper laufen muss. Ein 29. und 28. Platz reichen noch nicht für die interne Qualifikation, dies ist aber nur eine Frage der Zeit. Da sind sich alle einig. Besonders schlecht läuft es hingegen bei Kathrin Hitzer. Ein 39. und ein 55. Platz in Östersund zwangen sie zu einer Trainingspause. Hoffentlich sind die nächsten Ergebnisse besser.
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